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Wie gesund ist zu gesund?

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung – sogenanntes Clean Eating – ist einer der Grundpfeiler unserer PURE DELIGHT Ernährungsphilosophie. Wir glauben, dass eine gesunde Ernährungsweise nicht nur mehr Wohlbefinden schenkt, sondern auch Krankheiten und Übergewicht vorbeugen kann. Dennoch predigen wir immer wieder die „80/20-Regel“, die besagt, dass man sich lediglich zu 80 Prozent „clean“ ernährt. Die verbleibenden 20 Prozent hingegen lassen genug Raum für weniger naturbelassene Lebensmittel und süße „Sünden“, die vielleicht nicht besonders tolle Inhaltsstoffe haben, aber dafür auf der Genussskala ganz weit oben stehen.

Aber sind 100 Prozent gesunde Ernährung nicht noch viel besser? Nicht unbedingt. Denn Forscher haben herausgefunden, dass man sich auch zu gesund ernähren kann. Der amerikanische Arzt Steven Bratman ging im Jahr 1997 sogar so weit, die zwanghafte Fixierung auf den ausschließlichen Verzehr von Nahrungsmitteln, die subjektiv als gesund eingeschätzt werden, als psychische Störung mit dem Namen „Orthorexia nervosa“ vorzuschlagen. Auch wenn die Orthorexie bisher nicht als eigenständige Störung anerkannt wurde, hat sie in der Theorie doch viele Anhänger gefunden, die Bratman Recht geben und von zahlreichen, eindeutigen Fällen berichten.

Ob man unter Orthorexie leidet, oder, wie Bratman übrigens selbst, in Vergangenheit darunter gelitten hat, kann man am besten durch ehrliche Eigenbeobachtung feststellen. Der folgende, von Bratman entworfene Fragenkatalog dient dabei als Hilfestellung:

  • Denken Sie mehr als drei Stunden am Tag über Ihre Ernährung nach?
  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus?
  • Ist Ihnen der ernährungsphysiologische Wert Ihrer Mahlzeit wichtiger als die Freude an deren Verzehr?
  • Hat die Steigerung der angenommenen Lebensmittelqualität zu einer Minderung Ihrer Lebensqualität geführt?
  • Sind Sie in letzter Zeit strenger mit sich geworden?
  • Verzichten Sie komplett auf Lebensmittel, die Sie früher gerne gegessen haben, um sich nun „richtig“ zu ernähren?
  • Steigert sich Ihr Selbstwertgefühl durch gesunde Ernährung?
  • Schauen Sie auf andere herab, die dies nicht tun?
  • Fühlen Sie sich schuldig, wenn Sie von Ihrer Diät abweichen?
  • Sind Sie durch Ihre Essensgewohnheiten sozial isoliert?
  • Wenn Sie sich gesund ernähren, fühlen Sie sich dann glücklich und denken, dass Sie alles unter Kontrolle haben?
  • Haben Sie durch Ihre Essensgewohnheiten Probleme auszugehen und distanzieren Sie sich dadurch von Freunden und Familie?

Bratmans Theorie: Wer mehr als 4 Fragen dieser Fragen mit Ja beantwortet, könnte an Orthorexie leiden.

Studien haben übrigens gezeigt, dass überwiegend Frauen, besonders häufig jüngere und sportlich aktive, betroffen sind. Die Orthorexie wird ähnlich wie andere Essstörungen behandelt. Es geht vor allem darum, das Essverhalten zu normalisieren und zu entspannen. Die Betroffen sollen lernen, sich wieder etwas zu gönnen, weil es gut schmeckt oder sie es mögen, ohne nach dem Nährwert und den gesundheitlichen Folgen zu fragen.

 

Die 80/20-Regel schützt vor Obsession und schafft eine gesunde Balance

Wer grundsätzlich gesund lebt, aber sich in Maßen auch schon mal Ungesundes gönnt, muss nicht fürchten, dass aus der Tugend irgendwann zwanghaftes Verhalten wird.

Dementsprechend empfehlen wir unsere Cleanse-Programme ja auch nicht als dauerhafte Ernährungsstrategie, sondern als wohltuender Ausgleich zwischendurch, wenn aus den 20 Prozent vielleicht tendenziell mal wieder eher 40-50 Prozent geworden sind, als entschlackende Auszeit oder als Auftakt für eine langfristige Ernährungsumstellung.

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